Drei Textbeispiele (aus rund 60 Texttafeln)

 

Erd-Charta

Wir stehen an einem kritischen Punkt der Erdgeschichte, an dem die Menschheit ihre Zukunft wählen muss. Da die Welt zunehmend miteinander verflochten ist und zerbrechlich wird, birgt die Zukunft gleichzeitig große Gefahren wie große Chancen.

Wir müssen uns zusammenfinden, um eine zukunftsfähige Weltgesellschaft zu schaffen, die sich auf Ehrfurcht vor der Natur, die allgemeinen Menschenrechte, wirtschaftliche Gerechtigkeit und eine Kultur des Friedens gründet. Auf dem Weg dorthin ist es unabdingbar, dass wir die Völker der Erde, Verantwortung füreinander übernehmen, für die größere Gemeinschaft allen Lebens und für künftige Generationen...

(aus „Erd-Charta“, veröffentlicht von der Erd-Charta-Kommission nach ihrem Treffen am 12. bis 14. März 2000 in der UNESCO-Zentrale in Paris)

 


Reiß keine Blume ab!

Siehst Du ein Pflänzchen, auch das gewöhnlichste, vor dir auf deinem Pfade, tritt so, dass du es nicht zertrittst, wenn Du es vermeiden kannst! Gehst Du mit Kindern in die Natur, las sie nicht gedankenlos Blumen brechen, sondern wage, sie von den ersten Jahren an zur Ehrfurcht vor dem Leben zu erziehen!
Mache dich meinetwegen vor gedankenlosen Menschen lächerlich, die über solche Marotten spotten. Aber die Kinder werden von dem Schauer des Geheimnisses ergriffen werden und dir einmal danken, dass Du die große Melodie der Ehrfurcht vor dem Leben in ihnen geweckt hast
Die Spottenden selbst aber werden von der elementaren Wahrheit in dem, was sie ungewohnt berührt, mehr bewegt, als sie zu gestehen werden.

(aus Albert Schweitzer in Peter Raab, Naturlust, Herder Spektrum, Freiburg 1996)

 

 

Die Natur der große Lehrer

Die Anweisungen des Schöpfers sind niedergeschrieben in unseren Herzen und Gedanken, in den heiligen Schriften der Natur, die jeder für sich selbst lesen kann – tagtäglich in kleinen Geschöpfen, in den Gräsern und Bäumen, in den wachsenden Dingen, in Wind und Donner und Regen, in den Meeren, Seen und Flüssen, in Gebirgen, Felsen und Sand, in der gewaltigen Kraft der Sonne, dem Zauber von Großmutter Mond, in den Geheimnissen der Sterne. Alle diese spirituellen Wesen sind unsere Lehrer.


(aus Saupaquant Akwesasne in Worte wie Spuren, Herder, Freiburg 1985)