Wie kam es zur Idee des NaturLeseParks?


Lassen Sie mich eine kleine Geschichte erzählen …

Neumarkt
„Inmitten von Österreich liegt eine alte Landgemeinde. Sie wird Neumarkt genannt. Um 1900 galt sie als bedeutender Luftkurort. Gäste aus nah und fern besuchten das „österreichische Davos“. Hier konnten sie sich regenerieren und das herrliche Alpenklima genießen.
Jahrzehnte später erhielt die Landschaft um Neumarkt das Gütesiegel „Naturpark“. Es war dies ein Prädikat für eine noch intakte Natur- und Kulturlandschaft. Seit damals gilt Neumarkt als Zentralort des „Naturpark Grebenzen“. Das Wort „Grebenzen“ stammt von einem Gebirge.


Gedankenblitze
Ich lebe seit meinen Kindertagen, von einigen Unterbrechungen abgesehen, in Neumarkt. Vor etlichen Jahren gingen mir Gedanken durch den Kopf, die mich nicht mehr losließen. Ich „träumte“ von einem besonderen Park. Er befand sich auf einem brachliegenden Grundstück nahe der Ortsmitte von Neumarkt.
Dieser Park rankte sich um ein zentrales Thema: die geheimnisvolle Verbindung des Menschen mit der Natur. Er bot jungen und alten Besuchern Erholung, Natur- und Selbsterfahrung und viele neue Erkenntnisse. Er vereinte die Natur mit der Kunst. Er war eine alpine Oase, die auf besondere Weise die Kraft der Natur für uns Menschen erlebbar machte. Der Park zeigt aber auch, wie wichtig wir Menschen für die Natur sind.
Viele kamen nach Neumarkt, um sich von diesem einzigartigen "Natur-Denk-mal" inspirieren zu lassen. Sie erhielten ein neues, tieferes Naturverständnis. Neumarkt entwickelte eine zukunftsweisende Identität und wurde eine Gemeinde, die viel Wärme und neue Impulse ausstrahlte…


Die Idee „NaturLesePark“
In der Folge „träumte“ ich von überdimensional großen, hölzernen Buchskulpturen inmitten des Parkgeländes. Dazwischen tauchten unzählige kleine „Denkmale“ auf. Diese enthielten Naturtexte von bedeutenden Philosophen, Dichtern, Forschern, Mystikern und Künstlern aus aller Welt. Die Idee „NaturLesePark“ war geboren. Hier konnte jedermann in der Natur und in sich lesen und versuchen, dem Rätsel unserer geheimnisvollen Verbindung auf die Spur zu kommen. Für andere wiederum war der Park ein willkommenes Naherholungsgebiet. Wiederum für andere, eine willkommene Möglichkeit, ihre Freizeit sinnvoll zu verbringen.
Medien aus dem In- und Ausland berichteten über diesen einmaligen Themenpark. Neumarkt war nicht mehr nur ein wichtiges Zentrum des Naturparks, sondern hatte nun auch selbst ein Naturzentrum…


Der Landschaftskünstler Johannes Matthiessen
Wie es das Schicksal so wollte, begegnete ich dem deutschen Landschaftsarchitekten, Künstler und Pädagogen Johannes Matthiessen. Sein tiefes Engagement für eine neue Beziehung des Menschen zur Natur, seine ehrgeizigen Landschaftsprojekte mit Indianern in Amerika, den Aborigines in Australien, den Bewohnern Islands etc. haben mich sehr berührt. Es war ein großes Glück, ihn für das Projekt „NaturLesePark“ gewinnen zu können. Er entwickelte einen faszinierenden Plan.

 

Der Grundriss
Nach dem Prinzip des bedeutenden Dichters und Naturforschers Goethe: „Alles Außen ist auch Innen“, entsprechen alle Naturerscheinungen einem bestimmten Teil des Menschen. Sie sind untrennbar aufeinander bezogen. So gesehen ist jeder Baum eine „Außenlunge“ des Menschen, jeder Fels ein Knochen, jeder See ein Auge.
Angeregt von Goethe, gab Johannes Matthiessen dem Park die Form eines riesigen Blattes, das der Besucher von innen erleben kann. Die Hügellandschaft an den Rändern kann als „großer Atem“ erfahren werden. Das rhythmische Ausdehnen und Zusammenziehen des gesamten Areals, regt beim Besucher ein heilsames Mitatmen an. Das Wegesystem wird von verzweigten Blattachsen gebildet.
Die Gestaltung reicht von wüstenartigen Steingärten über Wildwiesenbereiche, und Heilkräutergärten bis zu einem Teichbereich mit asiatisch anmutenden Steinsetzungen. In einem großen Labyrinth aus Steinfindlingen nach kretischem Muster kann man seinem eigenen Inneren auf die Spur kommen. Riesige Naturbuchplastiken aus Metall, Stein und Holz („Europas größte Naturbücher“) versetzen die Besucher in Erstaunen. Gerade mit den Holzbuchskulpturen zeigt Neumarkt seine Verbundenheit mit der Steirischen Holzstraße.
Ein offenes zweistufiges Amphitheater lädt ein, Veranstaltungen aufzuführen, die den stillen Charakter der Natur zum Ausdruck bringen sollten.
Die Pflanzungen erfolgen mit Schülern aus nah und fern. So wird bereits bei Kindern die Basis für ein besonderes Naturbewusstsein geweckt.
Für interessierte Einheimische und Gäste werden parallel zur Entstehung des Parks Kurz-Workshops angeboten.


Die Umsetzung
Ein weiteres, großes Glück war, dass die Dachorganisation des Naturpark Grebenzen die Projektleitung für den „NaturLesePark“ übernahm. Mit hohem persönlichen Einsatz haben die „Naturparkler“ bis heute alles unternommen, um das Projekt zügig und fruchtbar voranzutreiben.
Auch den politischen Vertreter der Marktgemeinde Neumarkt sei Anerkennung gezollt. Mit ihrer Unterstützung zeigten sie, dass sie in eine innovative Zukunftsprofilierung investieren wollen. Sie schaffen damit eine Basis, durch die sich unser Ort aus der Vielzahl ideen-, umsetzungsschwacher und durchschnittlicher Alpenorte abheben kann.
Neumarkt war immer ein Ort, an dem Menschen eine Pause einlegten und Halt machten. Mögen in Zukunft noch mehr Menschen hier „HALT“ machen und erholt und inspiriert ihre Lebensreise fortsetzen…“


Wir hoffen, dass wir mit dieser kleinen Geschichte den Hintergrund des Projektes „NaturLesePark“ ein wenig erhellen konnten.

Die Homepage „NaturLesePark“ ist das Resultat einer selbstfinanzierten Privatinitiative. Wir werden Sie in Zukunft immer auf dem neuesten Entwicklungsstand halten und ihnen aktuelle Informationen zukommen lassen.

Worüber wir uns am meisten freuen würden, ist Ihr persönlicher Besuch im Neumarkter NaturLesePark und Ihre Rückmeldungen im Gästebuch dieser Homepage.

Was gäbe es Schöneres, wenn ausgehend von Neumarkt, weltweit neue „Besinnungsparks“ entstehen. Es gibt noch so viele Themen und Ideen, mit denen brachliegende Gärten, Parks, Häuser, Wege etc. veredelt werden können. Mögen noch viele andere „Themen- und Gedankenräume“ entstehen, die die Menschen und die Erde in ihrer Entwicklung positiv unterstützen.

Februar 2004

Herzlichst

Die Parkplaner
Günther Karner und Johannes Matthiessen